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Person mit Myo Pro, daneben ein eingeblendeter online Selbsttest.

Der MyoPro® Selbsttest: Erste Einschätzung von Patientinnen und Patienten

Die Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Einsatz moderner Technologien in der neurologischen Rehabilitation. Besonders bei der Versorgung mit einer myoelektrischen Orthese wie der MyoPro® ist eine sorgfältige Vorauswahl essenziell. Der MyoPro® Selbsttest bietet medizinischem und therapeutischem Fachpersonal ebenso wie betroffenen Patientinnen und Patienten eine erste strukturierte Möglichkeit, eine mögliche Eignung zu identifizieren und den Versorgungsprozess gezielt einzuleiten.

Mit dem MyoPro® Selbsttest wird der Zugang zu einem innovativen Hilfsmittel nach einem Schlaganfall erleichtert und die Hemmschwelle vieler Betroffener gesenkt.

Bei welchen Krankheitsbildern macht eine myoelektrische Orthese Sinn?

Die MyoPro® wurde für Patientinnen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen und Verletzungen entwickelt, die mit Funktionsverlusten der oberen Extremität einhergehen. Besonders häufig kommen Sie in Folge eines Schlaganfalls zum Einsatz, etwa bei einer Hemiparese oder Spastik.

Darüber hinaus profitieren auch Patientinnen und Patienten mit Rückenmarksverletzungen, Verletzungen des Plexus brachialis oder infantiler Zerebralparese von der Versorgung mit einer myoelektrischen Orthese. Voraussetzung ist, dass noch minimale willkürliche Muskelaktivität vorhanden ist, die zur Steuerung der Orthese genutzt werden kann.

Die MyoPro® richtet sich sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene. Bei der Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten ist besonders wichtig, neben der Diagnose auf das funktionelle Potenzial der Muskulatur und die individuelle Zielsetzung der Patientinnen und Patienten zu achten.

Ziel des Selbsttests von Myomo

Der MyoPro® Selbsttest dient als niederschwelliges Screening-Instrument, um eine erste Einschätzung zur Eignung für die Versorgung zu erhalten. Über einen strukturierten Fragenkatalog werden zentrale Aspekte abgefragt, darunter das zugrunde liegende Krankheitsbild, der Zeitpunkt der Schädigung, die betroffene Körperseite sowie die aktuelle funktionelle Nutzung des Arms.
Auch Faktoren wie Mobilität, Therapiesituation und allgemeine körperliche Voraussetzungen fließen in die Bewertung ein. Innerhalb weniger Minuten lässt sich so eine erste Einschätzung generieren, ob die MyoPro® als Hilfsmittel nach Schlaganfall oder bei anderen neurologischen Indikationen infrage kommen könnte.

Für Therapeutinnen und Therapeuten bietet der Selbsttest eine wertvolle Unterstützung in der Beratung. Er kann als Gesprächsgrundlage dienen und hilft dabei, Patientinnen und Patienten gezielt an weiterführende Versorgungsangebote heranzuführen.

Eignungstest für Patientinnen und Patienten

Der Selbsttest ersetzt keine klinische Eignungsprüfung, sondern dient lediglich als erster Kontakt mit Myomo und der MyoPro®. Nachdem Patientinnen und Patienten im MyoPro® Selbsttest oder im Kontaktformular Ihre Daten hinterlegt haben, wird die potenzielle Eignung zunächst mit einem Experten von Myomo besprochen.

Im nächsten Schritt erfolgt eine detaillierte Beurteilung durch spezialisierte Orthopädietechniker. Diese umfasst die Analyse der Muskelaktivität mittels Elektromyographie (EMG), die Bewertung des Bewegungsumfangs der oberen Extremität sowie die funktionelle Einschätzung im Kontext alltagsrelevanter Bewegungen. Zusätzlich werden die Funktionsweise der MyoPro® demonstriert und individuelle Versorgungsziele definiert. Auf dieser Basis wird entschieden, ob eine Versorgung mit der myoelektrischen Orthese sinnvoll und realisierbar ist.

Im weiteren Verlauf unterstützt das Versorgungsteam bei der Antragstellung zur Kostenübernahme sowie bei der individuellen Anpassung der Orthese. Nach der Fertigung beginnt die therapeutisch begleitete Nutzung, bei der Patientinnen und Patienten lernen, die MyoPro® gezielt im Alltag einzusetzen.

Die Prüfung auf Eignung und der Erhalt der MyoPro® sind ein klar strukturierter Prozess, der Betroffenen und begleitendem Fachpersonal den Zugang zur MyoPro® erleichtert: Der MyoPro® Selbsttest dient als erster Filter, gefolgt von einer fundierten klinischen Evaluation. So können geeignete Kandidaten effizient identifiziert und optimal mit der MyoPro® versorgt werden.