Erlernter Nichtgebrauch nach einem Schlaganfall
Eine Schädigung des Gehirns durch einen Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Trauma oder neurologische Erkrankungen kann eine Hemiparese, eine halbseitige Lähmung des Körpers, bedingen. Im Rahmen einer solchen Lähmung kann ein erlernter Nichtgebrauch von Extremitäten entstehen, in der Regel betrifft dies die Hand.
Durch eine Hemiparese der Hand ist die Motorik eingeschränkt, je nach Schweregrad sind die Bewegungseinschränkungen schwächer oder stärker ausgeprägt. Um die Einschränkungen auszugleichen, nutzen Betroffene verstärkt die nicht gelähmte Hand. Auch psychische Beschwerden können dazu führen, dass die gelähmte Hand weniger genutzt wird. Einige Betroffene berichten, dass sie ihre gelähmte Hand nicht mehr als Teil ihres Körpers empfinden.
Ein erlernter Nichtgebrauch kann aus einer langfristigen Schonung der gelähmten Hand entspringen. Es kommt zu einem Verlust des motorischen Gedächtnisses, also dem Teil des Gehirns, der für Bewegung und Feinmotorik der betroffenen Hand zuständig ist. Die cerebrale Repräsentation, also der Bereich des Gehirns, der die Hand steuert, wird nachweislich kleiner. Mit der Zeit vergisst das Gehirn, wie die Hand benutzt werden kann. Dieser Zustand wird als erlernter Nichtgebrauch bezeichnet.
Langzeitfolgen der Hemiparese der Hand
In vielen Fällen bedingt eine Hemiparese keine vollständige Lähmung der Hand. Trotz Feinmotorikstörung bleibt eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit bestehen, häufig verbessert sich diese sogar im Laufe der Zeit. Hierfür ist allerdings regelmäßiges Training der Hand wichtig. Auch mehrere Jahre nach einem Apoplex kann gezieltes Training noch Erfolge erzielen, je früher das Training beginnt, desto besser fallen allerdings die Ergebnisse aus. Insbesondere für einen Wiedererhalt der Feinmotorik ist ein früher Trainingsbeginn wichtig. Ohne jegliche Form des Trainings ist ein erlernter Nichtgebrauch und folglich die komplette Unbeweglichkeit der Hand ein ernstzunehmendes Risiko.
Wie wird erlernter Nichtgebrauch behandelt?
Verschiede Therapien werden bei der Behandlung einer Hemiparese der Hand eingesetzt. Ziel der Behandlung ist, die Funktion der Hand zu bewahren und zu verbessern. So soll ein erlernter Nichtgebrauch der Hand vermieden und die Eigenständigkeit des Patienten gestärkt werden.
Im Rahmen einer Ergotherapie werden zum Beispiel kognitive Strategien, Verhaltensschulungen, Sensibilitäts-, Kraft- und Koordinationsübungen angewandt. Bei Eignung des Patienten kann auch das „Constraint-Induced Movement Training“ (CIMT) eingesetzt werden, bei dem die gesunde Hand mit einer Schiene immobilisiert wird, um den Patienten zur Nutzung der gelähmten Hand zu zwingen.
Bei Personen mit erlerntem Nichtgebrauch kann auch eine myoelektrische Orthese wie die MyoPro® zur Wiedererlangung der Beidhändigkeit eingesetzt werden. Die MyoPro® Orthese verstärkt kleinste Muskelbewegungen in Hand und Arm, sodass trotz Bewegungseinschränkungen in der gelähmten Hand eine beidhändige Bewältigung des Alltags möglich ist. Da die gelähmte Hand dank der Orthese regelmäßig bewegt wird, kann ein erlernter Nichtgebrauch leichter vermieden werden. Ob die MyoPro® Orthese auch für Sie geeignet ist, können Sie mit unserem Selbsttest feststellen. Noch mehr Informationen über die MyoPro® Orthese erhalten Sie bei myomo.



