Handorthesen – Funktion & Zielsetzung
Orthesen sind medizinische Hilfsmittel, die eingesetzt werden, um Körperteile zu stabilisieren, mobilisieren, oder in ihrer Funktion zu unterstützen. Liegen funktionale Störungen, Lähmungen, Spastiken oder Schwächen in der Hand vor, kann eine Handorthese Betroffenen eine wertvolle Unterstützung bieten.
Handorthesen kommen häufig nach neurologischen Erkrankungen, Verletzungen oder bei chronischen Beschwerden zum Einsatz. Ziel ist es, Beweglichkeit zu fördern, Fehlstellungen zu korrigieren, Schmerzen zu reduzieren und die Selbstständigkeit im Alltag zu verbessern. Moderne Orthesen können dabei sowohl passiv stabilisieren als auch aktiv Bewegungen unterstützen oder sogar wieder ermöglichen.
Durch ihre individuelle Anpassbarkeit sind Orthesen für Arm und Hand ein wichtiger Bestandteil der konservativen Therapie und Rehabilitation. Sie dienen der Funktionsrückgewinnung und als Ausgleich der Behinderung. Je nach Diagnose und Therapieziel unterscheiden sich Bauweise, Material und Funktionsprinzip erheblich.
Welche Arten von Handorthesen gibt es?
Stabilisierende Orthesen
Stabilisierende Handorthesen dienen vor allem dazu, Gelenke ruhigzustellen oder in einer funktionellen Position zu halten. Sie werden häufig nach Verletzungen, Operationen oder bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Diese Orthesen begrenzen gezielt Bewegungen, um Heilungsprozesse zu unterstützen und Überlastungen zu vermeiden. Gleichzeitig können sie Schmerzen reduzieren und Fehlstellungen vorbeugen.
Dynamische Orthesen
Dynamische Handorthesen ermöglichen kontrollierte Bewegungen und üben gezielt Zugkräfte auf Muskeln und Sehnen aus. Sie werden häufig in der Rehabilitation eingesetzt, um Beweglichkeit zu verbessern oder verkürzte Strukturen zu dehnen. Durch Federn, elastische Elemente oder flexible Gelenke unterstützen sie aktive Bewegungsübungen und fördern die funktionelle Nutzung der Hand.
Myoelektrische Orthesen
Myoelektrische Orthesen wie die MyoPro® gehören zu den technologisch fortschrittlichsten Versorgungsformen. Sie erfassen Muskelaktivität über Sensoren auf der Haut und setzen diese Muskelsignale mittels kleiner, leistungsfähiger Motoren in der Orthese in unterstützte Bewegungen um. Dadurch können auch Menschen mit starken Bewegungseinschränkungen gezielte Bewegungen von Hand und Arm ausführen. Diese Orthesen für Arm und Hand werden vor allem bei neurologischen Schädigungen eingesetzt und können die aktive Nutzung der betroffenen Extremität wieder ermöglichen und fördern.
Wie funktionieren Orthesen für Arm und Hand?
Orthesen für Arm und Hand wirken je nach Bauart über unterschiedliche biomechanische Prinzipien. Statische Modelle stabilisieren Gelenke durch feste Strukturen und halten sie in einer definierten Position. Dynamische Systeme nutzen elastische Elemente oder Gelenkmechanismen, um Bewegungen zu führen oder zu unterstützen.
Myoelektrische Systeme gehen noch einen Schritt weiter: Sie nutzen vorhandene Muskelimpulse, um motorische Unterstützung zu bieten. Dadurch können Bewegungsabläufe gezielt trainiert und funktionelle Fähigkeiten verbessert werden. Dies ermöglicht mehr Selbstständigkeit im Alltag und kann sogar die Eigenfunktion von Arm und Hand fördern.
Ein wichtiger Aspekt ist die individuelle Anpassung. Orthesen für Arm und Hand müssen exakt auf die anatomischen Gegebenheiten und das jeweilige Therapieziel abgestimmt sein, um optimal zu wirken und Druckstellen oder Fehlbelastungen zu vermeiden. Regelmäßige Anpassungen sind besonders bei langfristiger Nutzung wichtig.
Wann werden Handorthesen eingesetzt?
Handorthesen kommen bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen zum Einsatz. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Prävention und Korrektur von Fehlstellungen, der Ruhigstellung von Verletzungen und in der Rehabilitation.
Besonders großen Einfluss auf den Alltag und die Lebensqualität haben myoelektrischen Handorthesen wie die MyoPro®. Die MyoPro® wird bei Personen mit Lähmung oder Spastik in Arm und Hand angewendet. Ursache hierfür können ein Schlaganfall, eine Verletzung des Plexus brachialis oder des Rückenmarks, eine frühkindliche Zerebralparese oder andere neurologische Erkrankungen sein. Ärzte, Therapeuten und Orthopädietechniker können betroffene Personen auf Eignung überprüfen – entscheidet sich die Person für die MyoPro®, wird sie während einer sechsmonatigen Begleitperiode im Gebrauch der Arm- und Handorthese wohnortnah, das heißt beim eigene Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten, geschult.
Handorthesen sind ein zentraler Bestandteil moderner Therapie- und Rehabilitationskonzepte. Sie tragen dazu bei, die Handfunktion zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Ob und welche Handorthesen für Betroffene geeignet sind, muss individuell entschieden werden und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Eine erste Einschätzung kann der Selbsttest von Myomo bieten. Dieser beinhaltet Fragen zu Krankheitsbild, Gesundheitszustand und Aktivitätslevel und liefert einen ersten Überblick über die mögliche Eignung der MyoPro®.




