ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit)
Die ICF ist eine Klassifikation, die der Strukturierung von Gesundheitsproblemen und beeinflussenden Faktoren dient. Sie wurde 2001 von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ins Leben gerufen. Der volle Name der ICF lautet Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, original „International Classification of Functioning, Disability and Health“.
Die Komponente der ICF
Die Grundstruktur des ICF-Modells sind vier eigenständige Klassifikationen. Die vier Klassifikationen, beziehungsweise Komponente, sind:
Körperfunktionen (Komponente b)
Körperstrukturen (Komponente s)
Aktivitäten und Partizipation (Komponente d)
Umweltfaktoren (Komponente e)
Zur Feststellung des Gesundheitszustands einer Person werden alle vier Komponenten sowie deren Wechselwirkungen betrachtet. So entstehen über 1000 Kodes, die Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheitszustand eines Individuums beschreiben. Zur einfacheren Handhabung existieren je nach Anwendungsgebiet „ICF Core Sets“, die weniger Kategorien umfassen.
Wie funktioniert die ICF?
Mit der ICF lässt sich der Gesundheitszustand eines Menschen individuell klassifizieren, um die Kommunikation zwischen Fachleuten untereinander und mit der betroffenen Person zu vereinfachen. Für jedes Merkmal muss das Ausmaß des Problems angegeben sein. Unterschieden wird zwischen nicht vorhanden (0), leicht ausgeprägt (1), mäßig ausgeprägt (2), erheblich ausgeprägt (3), voll ausgeprägt (4), nicht spezifiziert (8) und nicht anwendbar (9). Die entsprechende Ziffer wird der ICF Kodierung angehängt. Auch im Falle von positiven Effekten durch Umweltfaktoren werden dieselben Ziffern verwendet, durch ein Plus-Zeichen wird klargestellt, dass es sich um eine positive Wirkung handelt.
ICF Beispiel Klassifikation
Die Vielzahl an ICF Kodierungen erlaubt individuelle Einteilungen, um für jede Person eine korrekte Klassifizierung zu finden. So ist zum Beispiel eine Spastik unter dem Kode b735 in der Kategorie Körperfunktionen zu finden, der Kode d560 in der Kategorie Aktivitäten beschreibt das Trinken, inklusive dem Öffnen von Flaschen, dem Eingießen und Halten eines Glases. Für die ICF Klassifikation einer Person, die aufgrund einer Spastik Probleme mit dem eigenständigen Trinken hat, werden demnach (unter anderen) die Kodierungen d560 und b735 angewendet.
Auch Hilfsmittel wie die MyoPro® werden in der ICF klassifiziert. Die myoelektrische Orthese gehört zu den Umweltfaktoren der Kategorie e. Spezifisch kann die MyoPro® als e115, genauer e1151, kodiert werden. Der ICF Kode e115 beschreibt Produkte und Technologien zum persönlichen Gebrauch im täglichen Leben, unter e1151 werden angepasste oder speziell entworfene Ausrüstungsgegenstände, wie Prothesen und Orthesen, spezifiziert.
Die ICF Klassifikation einer Person mit einer Spastik in Arm und Hand könnte also zum Beispiel die folgenden Kodierungen enthalten:
b735.4 (Spastik im Arm, voll ausgeprägt)
d560.2 (Mäßig ausgeprägte Probleme beim Trinken)
e115+3 (Erheblich ausgeprägte Besserung durch eine angepasste Orthese)
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