Kandidaten erkennen: Welche Patienten können von der MyoPro® Orthese profitieren?
Die MyoPro® Orthese ist ein modernes und innovatives technisches Hilfsmittel, dass eine wichtige Unterstützung in der Schlaganfall Rehabilitation bieten kann. Eine möglichst frühe Identifikation von geeigneten Kandidaten für die MyoPro® Orthese ist wichtig für eine reibungslose Rehabilitation und eine schnelle Rückkehr in einen selbstbestimmten Alltag – doch auch wenn ein Schlaganfall länger zurück liegt, kann die MyoPro® einen Mehrwert für ein eigenständiges Leben darstellen. Für medizinisches und therapeutisches Fachpersonal lohnt es sich, die wichtigsten Faktoren zu Einschätzung auf Eignung für die MyoPro® zu kennen.
Was ist die MyoPro® Orthese?
Die MyoPro® Orthese ist eine myoelektrische Armorthese, die speziell für Patientinnen und Patienten mit neurologisch bedingten Bewegungseinschränkungen in Hand und Ellbogengelenk entwickelt wurde. Sie erkennt über Oberflächenelektroden vorhandene Muskelimpulse (EMG-Signale) und setzt diese in unterstützte Bewegungen um. Dadurch können Funktionen wie das Beugen und Strecken des Arms oder das Öffnen und Schließen der Hand aktiv unterstützt werden.
Im Gegensatz zu steifen Schienen ermöglicht die MyoPro® eine aktive Einbindung des Patienten in den Bewegungsprozess. So kann das einzigartige Hilfsmittel nach einem Schlaganfall auch zur Förderung motorischer Reorganisation (Neuroplastizität) und zur funktionellen Nutzung der oberen Extremitäten beitragen. Ein teilweise gelähmter Arm kann dank der MyoPro® Orthese bei regelmäßiger Anwendung im Idealfall sogar stärkere Muskelaktivität aufzeigen.
Für wen ist die MyoPro® Orthese geeignet?
Die MyoPro® Orthese ist grundsätzlich für Jugendliche ab 12 Jahren sowie für Erwachsene geeignet. Entscheidend für die Eignung ist vor allem das Vorliegen geeigneter neurologischer Voraussetzungen und Eigenmotivation.
Typische Indikationen sind unter anderem
- Lähmungen oder Spastiken, z. B. nach einem Schlaganfall
- Rückenmarksverletzungen
- Verletzungen des Plexus brachialis
- Infantile Zerebralparese
- Weitere neurologische Erkrankungen mit Einschränkungen der Arm- und Handfunktion
Bei allen Krankheitsbildern ist das Vorhandensein muskulärer Restaktivität entscheidend, da diese die Grundlage für die Steuerung der Orthese bildet. Die individuelle Eignung einer Person wird von klinischen Spezialisten, Therapeuten und zertifizierten Orthopädietechnikern untersucht und festgestellt.
Patienten auf Eignung für die MyoPro® prüfen
Eine strukturierte Eignungsprüfung ist ein wesentlicher Bestandteil der Hilfsmittel-Versorgung nach einem Schlaganfall. Zunächst erfolgt eine persönliche Beurteilung durch einen von Myomo zertifizierten klinischen Spezialisten, der Erfahrung im Umgang mit myoelektrischen Systemen hat.
Ein zentraler Bestandteil der Eignungsprüfung ist die Testung des Bewegungsumfangs der oberen Extremitäten und der vorhandenen Muskelaktivität. Mithilfe von EMG-Messungen wird überprüft, ob ausreichend verwertbare Signale vorhanden sind, um die MyoPro® Orthese zu steuern. Als Grundlage für den Steuerungsmechanismus der MyoPro® sind die EMG-Signale eine essenzielle Voraussetzung für die Anwendung der Orthese.
Funktionelle Ziele der Schlaganfall Rehabilitation werden nach einer unverbindlichen Erprobung gemeinsam mit dem Patienten definiert. Dazu zählen beispielsweise das gezielte Greifen, Stabilisieren oder Halten von Gegenständen im Alltag.
Eine erste Orientierung über eine mögliche Eignung kann auch über unseren standardisierten Selbsttest erfolgen, der eine grundlegende Einschätzung ermöglicht. Dieser ersetzt nicht die fachliche Evaluation, sondern dient lediglich als ergänzendes Screening-Tool.
Für medizinisches Fachpersonal gilt: Die richtige Patientenauswahl entscheidet maßgeblich über den Erfolg der Rehabilitation und die Integration der MyoPro® Orthese in den Alltag. Bei vorhandener Eignung und regelmäßigem Einsatz kann die MyoPro® einen wertvollen Beitrag für die Alltagsbewältigung und die Wiederherstellung der muskulären Funktionalität beitragen.




