Kontraindikation
Eine Kontraindikation beschreibt in der Medizin einen Umstand, bei dem ein bestimmtes Verfahren, Medikament oder Hilfsmittel nicht angewendet werden darf, weil es dem Patienten schaden könnte. Eine Kontraindikation umfasst also alle Bedingungen, die gegen die Nutzung einer Therapie sprechen, sei es aus gesundheitlichen, anatomischen oder sicherheitstechnischen Gründen. Das Gegenteil davon ist die Indikation: Sie beschreibt die Situation, in der eine Behandlung medizinisch sinnvoll oder notwendig ist. Während die Indikation also einen Grund für eine Maßnahme liefert, nennt die Kontraindikation einen Grund dagegen.
Was sind Kontraindikationen?
Je nach Therapieform können Kontraindikationen sehr unterschiedlich ausfallen. Das können etwa akute Erkrankungen, bestimmte Vorerkrankungen oder technische Einschränkungen sein. Ein klassisches Beispiel wäre ein Patient mit frischer Verletzung oder instabiler Fraktur, bei dem eine aktive Bewegungstherapie kontraindiziert ist, weil sie die Heilung gefährden könnte.
Auch für Hilfsmittel gibt es klare Ausschlusskriterien. Die myoelektrische Ganzarmorthese MyoPro® ist grundsätzlich für Menschen mit Lähmung oder Schwäche der oberen Extremität konzipiert. Dennoch kann eine Kontraindikation vorliegen – etwa, wenn kein nutzbares myoelektrisches Signal vorhanden ist, schwere Hautprobleme an Arm und Hand bestehen oder eine Erkrankung vorliegt, bei der elektrische Impulse oder Muskelaktivierung vermieden werden müssen. In solchen Fällen würde das Hilfsmittel keinen ausreichenden Nutzen bieten oder sogar Risiken verursachen. Die sorgfältige Prüfung durch Fachpersonal stellt daher sicher, dass eine MyoPro® nur eingesetzt wird, wenn sie medizinisch geeignet ist.
Kontraindikation vs. Indikation
Im Gegensatz zur Kontraindikation beschreibt die Indikation den sinnvollen Einsatz eines Hilfsmittels oder einer Therapie. Die MyoPro® gilt bei Patientinnen und Patienten, die nach einem ischämischen Schlaganfall oder einer anderen neurologischen Schädigung eine partielle Lähmung oder Spastik des Arms entwickelt haben, als indiziert. Viele Betroffene können Muskeln zwar noch minimal ansteuern, aber nicht ausreichend Kraft erzeugen, um die betroffene Hand oder den Arm eigenständig zu bewegen.
Hier setzt die MyoPro® als Hilfsmittel nach dem Schlaganfall an: Die Orthese erkennt schwache Muskelimpulse, verstärkt diese und ermöglicht dadurch funktionelle Bewegungen wie Greifen, Heben oder Halten. Diese Unterstützung kann helfen, Alltagsaufgaben besser zu bewältigen und mehr Unabhängigkeit zurückzugewinnen.
Anhand der MyoPro® lässt sich der Unterschied zwischen Indikation und Kontraindikation einfach erklären und leicht erkennen: Eine Indikation liegt vor, wenn die MyoPro® den Patienten sinnvoll unterstützt, eine Kontraindikation, wenn gesundheitliche oder technische Gründe gegen die Anwendung sprechen.



