Myoelektrische Orthesen – Wie funktioniert die MyoPro®
Nach einem neurologischen Ereignis wie einem Schlaganfall können Betroffene bleibende Bewegungsstörungen erlangen. Häufig ist die Motorik beispielsweise durch eine Lähmung oder Spastik in Arm und Hand eingeschränkt. Eine myoelektrische Orthese wie die MyoPro® kann für diese Menschen eine entscheidende Unterstützung im Alltag sein. Die modernen Hilfsmittel nutzen vorhandene Muskelsignale gezielt, um Betroffene bei der Bewegung von Arm und Hand zu unterstützen.
Die MyoPro® Armorthese wird individuell angepasst und ist darauf ausgelegt, vorhandene Muskelimpulse zu erkennen und in entsprechende Bewegungen umzusetzen. Dadurch kann sie Betroffenen helfen, alltägliche Aktivitäten wieder aktiver auszuführen und die betroffene Extremität gezielt zu trainieren.
Was bedeutet „myoelektrisch“?
Der Begriff „myoelektrisch“ setzt sich aus den Wörtern „Myo“ (Muskel) und „elektrisch“ zusammen. Myoelektrik ist die elektrische Spannung, die in Muskelzellen entsteht, wenn diese aktiviert werden. Selbst wenn eine Bewegung aufgrund fehlender Muskelkraft oder -kontrolle sehr schwach ausgeführt wird, erzeugen Muskeln oft noch messbare elektrische Impulse.
Eine myoelektrische Orthese nutzt genau diese Signale. Sensoren auf der Haut erfassen die Muskelaktivität und leiten sie an ein Steuerungssystem weiter. Dadurch wird es möglich, Bewegungen technisch zu unterstützen, die der Körper allein nicht mehr vollständig ausführen kann.
Wie funktioniert eine myoelektrische Orthese?
Die Myoelektrik der Muskeln ermöglicht die Funktion myoelektrischer Orthesen wie der MyoPro®. Elektroden an der MyoPro® Orthese erfassen vorhandene Muskelimpulse auf der Hautoberfläche. Diese Signale werden von der Orthese analysiert und interpretiert. Dabei gibt die MyoPro® selbst keinerlei elektrische Impulse ab.
Anschließend aktiviert die MyoPro® kleine Motoren, die gezielt Bewegungen im Ellbogen- oder Handbereich unterstützen. Wenn der Nutzer beispielsweise versucht, den Arm zu beugen oder die Hand zu öffnen, erkennt die Orthese diesen Impuls und verstärkt die Bewegung.
Die MyoPro® Orthese arbeitet dabei in Echtzeit, sodass Bewegungen möglichst natürlich und kontrolliert ausgeführt werden können. Gleichzeitig kann die Nutzung der Orthese therapeutisch wirken, da die aktive Muskelansteuerung gefördert wird. Nach einem Schlaganfall, einer Rückenmarksschädigung oder einer Verletzung des Plexus brachialis eignet sich die MyoPro® sowohl als langfristige Alltagshilfe als auch zur Rehabilitation.
Voraussetzungen für eine myoelektrische Orthese
Die wichtigste Voraussetzung für den Einsatz einer myoelektrische Orthese ist das Vorhandensein messbarer Muskelaktivität. Das bedeutet, dass trotz Lähmung oder Schwäche noch minimale Muskelimpulse vorhanden sein müssen.
Vor der Versorgung erfolgt daher eine genaue Untersuchung, während der festgestellt wird, ob die Signale ausreichend stark sind. Auch eine gute Passform sowie die Fähigkeit, die Orthese regelmäßig zu nutzen und zu trainieren, spielen eine wichtige Rolle für den Therapieerfolg.
Möglichkeiten und Grenzen von myoelektrischen Orthesen
Myoelektrische Orthesen wie die MyoPro® Orthese bieten vielfältige Möglichkeiten für Anwenderinnen und Anwender. Sie können helfen, alltägliche Aufgaben wie das Halten von Gegenständen, das Stabilisieren des Arms oder einfache Greifbewegungen auszuführen. Dadurch kann die Selbstständigkeit deutlich verbessert und die aktive Nutzung des betroffenen Arms gefördert werden.
Die MyoPro® hat auch Grenzen: Sehr präzise feinmotorische Tätigkeiten, wie das Schreiben oder das Bedienen kleiner Geräte, sind meist nur eingeschränkt möglich. Die Orthese ersetzt keine vollständige Muskelkraft, sondern unterstützt vorhandene Bewegungsansätze.
Die MyoPro® Hand- und Armorthese stellt eine moderne und wirkungsvolle Ergänzung in der neurologischen Rehabilitation dar. Sie verbindet Technologie mit Therapie und kann Betroffenen helfen, mehr Aktivität, Funktion und Lebensqualität im Alltag zu erreichen.




