MyoPro® und der Einsatz von Myoelektrik
Künstliche Arme und Beine in Form von Prothesen gibt es viele. Die verbaute Technik dahinter ist ebenso vielfältig wie die Prothesen an sich. Eine Möglichkeit, eine Behinderung mittels eines orthopädietechnischen Hilfsmittels zu kompensieren, ist die Verwendung die Myoelektrik. Das Wort Myoelektrik leitet sich aus dem Griechischen ab, so wird die erste Silbe „myo“ mit muskulär übersetzt. Die Technik arbeitet dementsprechend mit muskulären Signalen. Genauer bezeichnet sie die durch biochemische Prozesse in den Muskelzellen erzeugte elektrische Spannung, die sich im Mikrovoltbereich befindet. Das myoelektrische Hilfsmittel wird indirekt durch die Kontraktion von Muskelfasern in Bewegung gesetzt. Die Steuerung des Hilfsmittels funktioniert über Elektroden, die die vorhandenen Muskelsignale über ein Elektromyogramm ablesen. Diese empfangenen Muskelfasersignale werden in Steuersignale für den Elektromotor umgewandelt, sodass dieser schlussendlich das Hilfsmittel, eine Prothese oder Orthese, in Bewegung setzt.
Erfunden wurde die Myoelektrik im vergangenen Jahrhundert. In den 1960er Jahren wurde der erste myoelektrische Arm dann für den Gebrauch bei einem amputierten Arm entwickelt. Die Myoelektrik revolutionierte den bis dato vorhandenen Prothesenmarkt. Die myoelektrische Prothese ersetzt die amputierte oder fehlende Extremität nicht nur aus ästhetischer Sicht, sondern ermöglicht erstmals eine, über die noch vorhandenen Muskelfasern, gezielte Bewegung.
Myoelektrische Armorthese
Seit der Entwicklung der ersten Hand- und Armprothese hat sich auf dem Gebiet der Prothesentechnik für Hand- und Armamputierte einiges getan und nicht nur da. Mittlerweile wird die Myoelektrik auch auf dem Gebiet der Orthesentechnik eingesetzt. Das Ziel ist das gleiche: Bewegung und Funktion durch myoelektrische Signale herstellen.
Myomo war das erste Unternehmen, das mithilfe dieser Technik eine myoelektrische Armorthese entwickelt und auf den Markt gebracht hat. Die von Myomo in Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School und dem MIT entwickelte Orthese MyoPro® richtet sich vor allem an Betroffene eines Schlaganfalls, die als Folge unter einer Lähmung oder Spastik des Arms und/oder der Hand leiden. Das innovative Hilfsmittel kann zudem bei Verletzungen des Plexus brachialis, einer Rückenmarksverletzung, einer traumatischen Hirnverletzung oder bei einer neuromuskulären Schädigung helfen, eine Beidhändigkeit zu erhalten oder wiederzuerlangen. Die weiterentwickelten Elektroden lesen ebenso auf der Hautoberfläche die noch vorhandenen Muskelsignale ab. Aufgrund der Weiterentwicklung der Technologie und durch jahrelange Erfahrung, speziell in der Anwendung im Bereich der Neuro-orthopädie, können selbst sehr schwache Signale gemessen und nutzbar gemacht werden. Die Elektroden der MyoPro® können auch bei einer spastischen Lähmung in Zusammenarbeit mit der Software und Elektronik die Signale messen und verarbeiten.
Diese Signale werden anschließend verwendet, um dem Motor Steuerungsbefehle zu geben und der Person damit die vollständige Kontrolle über die Bewegung der gelähmten Extremität ermöglichen. Die MyoPro® kommt gänzlich ohne Implantate oder elektrische Stimulation aus, sondern verstärkt lediglich die schwachen Muskelsignale, sodass der Ellenbogen und die Hand wieder bewegt werden können. Damit erhalten die Betroffenen eine verlorengegangene Funktion zurück, die sie im Alltag beidhändige Aufgaben erledigen lässt. Viele Aufgaben und Tätigkeiten sind mit der myoelektrischen Orthese wieder möglich, sodass die betroffene Person weniger auf außenstehende Hilfe angewiesen ist oder verzichten kann. Kontaktieren Sie uns gerne, damit wir Ihre gelähmte Hand oder Arm oder eines Angehörigen oder Freundes mit einer Lähmung oder Spastik im Arm und/oder der Hand testen und bei Eignung versorgen können. Bei entsprechender Eignung werden die Kosten von der gesetzlichen Kranken- oder Unfallkasse komplett übernommen.




