www.myomo.de
´Person mit MyoPro® Orthese gießt Wasser in ein Glas.

So läuft die Rehabilitation nach einer Arm-Plexusläsion ab

Ein Unfall und das ganze Leben ist verändert – Personen mit einer Arm-Plexusläsion können plötzlich nicht mehr greifen oder halten, die selbstständige Alltagsbewältigung wird deutlich schwieriger. Eine Schädigung des Plexus in Arm oder Schulter ist in der Regel die Folge eines Motorrad- oder Extremsportunfalls. Der abrupte Wechsel von einem aktiven und vor allem beidhändigen Leben zu dem teilweisen oder totalen Funktionsverlust des Arms stellt Betroffene sowohl körperlich als auch mental vor eine große Herausforderung. Mit zielgerichteten und personalisierten Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen können Personen mit einer Plexusläsion ihren Alltag wieder aktiv gestalten und an ihrem Leben teilhaben.

Die Folgen einer Plexusläsion in Schulter oder Arm

Eine Arm-Plexusläsion entsteht in der Regel durch einen traumatischen Unfall. Ein Plexus (Nervengeflecht) wird beschädigt, was zu einer Lähmung der Gliedmaße führt, die von ebendiesen Nerven versorgt wird. Je nachdem, welche Nerven im Unfall geschädigt beziehungsweise durchtrennt wurden, spricht man von einer oberen, unteren oder kompletten Arm-Plexusläsion.

Obere Plexusläsion: betrifft vor allem Schulter-Funktionalität und -Beweglichkeit sowie Beugung des Ellenbogens

Untere Plexusläsion: bedingt einen Funktionsverlust der Handbeweglichkeit, Schulter und Ellenboden sind nicht betroffen

Komplette Plexusläsion: vollständiger Funktionsverlust, Lähmung und Gefühlslosigkeit des Arms

Durch die entstehenden Einschränkungen sind Leben und Alltag von Betroffenen nach einer Arm-Plexusläsion grundlegend verändert. Nach der medizinischen Erstversorgung ist es wichtig, möglichst schnell einen speziell auf Plexusläsionen ausgerichteten Therapie-Plan zu entwickeln und zu verfolgen. Wenn die Nerven nur leicht beschädigt wurden, kann sich die Arm-Plexusläsion innerhalb einiger Monate zurückbilden. In vielen Fällen ist der Schaden jedoch so groß, dass die Patientin oder der Patient nie dieselbe Bewegungs- und Gefühlsfähigkeit wie vor dem Unfall wiedererlangt. Geeignete Therapien und Hilfsmittel sollen die Betroffenen unterstützen, trotz der Einschränkungen ein eigenständiges Leben zu führen.

Nach der Arm-Plexusläsion: Therapie und Medikation

Die Arm-Plexusläsion-Therapie fokussiert hauptsächlich auf Physiotherapie und Übungen, die Betroffene im Alltag unterstützen. Die Medikamenteneinnahme beschränkt sich in der Regel auf die Schmerz- und Entzündungslinderung, insbesondere in der Zeit direkt nach dem Unfall. In schweren Fällen können außerdem (mikro-)chirurgische Eingriffe nötig sein.

Die Physiotherapie beginnt bereits kurz nach der ersten Versorgung nach dem Unfall. Je früher die Therapie beginnt, desto besser stehen die Chancen, die durch die Läsion entstandenen Einschränkungen zu minimieren. Personen mit einer Arm-Plexusläsion besuchen sowohl Physiotherapie als auch Ergotherapie. In der Physiotherapie werden Bewegungsübungen trainiert, die die Beweglichkeit der Gelenke erhalten sollen und die Muskeln kräftigen beziehungsweise den Muskelabbau verhindern sollen. Die Ergotherapie konzentriert sich auf die aktive Alltagsbewältigung mit und ohne Hilfsmittel. Hier lernen Betroffene, wie Sie trotz Einschränkung ihren Alltag eigenständig bewältigen können. Dazu gehören zum Beispiel Essen und Trinken, Arbeiten im Haushalt und das Ausführen eines Berufs. Welche Übungen sinnvoll sind, entscheiden Physio- und Ergotherapeutin oder -therapeut auf einer individuellen Basis. So wird garantiert, dass die Maßnahmen zielführend und gesundheitsfördernd sind.

Hilfsmittel für Personen mit Arm-Plexusläsion

Für viele Patientinnen und Patienten mit einer Plexusläsion und daraus resultierender Schulter- oder Armlähmung ist die Anwendung von Hilfsmitteln ein essenzieller Aspekt der Rehabilitation. Am häufigsten kommen Orthesen zur Anwendung. Vor allem myoelektrische Orthesen wie die MyoPro® sind eine sinnvolle Wahl bei Arm-Plexuslähmungen. Die Orthese liest schwache Muskelsignale von der Haut ab und nutzt leistungsstarke Motoren, um die gewünschte Bewegung auszuführen.

Die MyoPro®

  • unterstützt die Greiffunktion (nützlich beim Halten von Taschen oder Besteck)
  • schafft mehr Selbstständigkeit im Alltag und steigert die Lebensqualität
  • erhöht die Bewegungskontrolle (hilfreich beim Essen oder Tippen auf einer Tastatur)
  • entlastet Muskeln und Gelenke durch eine Verringerung von Fehlhaltungen
  • kann Nervenverbindungen stärken oder sogar wiederherstellen
  • unterstützt Physio- und Ergotherapie-Maßnahmen

Mit der MyoPro® können Patientinnen und Patienten mit einer Arm-Plexusläsion trotz Lähmung in Schulter und Arm Bewegungen ausführen, die ohne die Orthese nicht möglich wären. Das kann den Alltag deutlich erleichtern: Betroffene könne ohne Unterstützung essen und Mahlzeiten zubereiten, Wäsche waschen und aufhängen und zahlreiche Aufgaben beidhändig ausführen. Das besondere an der MyoPro® ist, dass Personen mit Lähmung oder Spastik sie auch Jahre nach dem Unfall einsetzen können und echte Ziele erreichen können.

Nach der Plexusläsion die MyoPro® nutzen

Die MyoPro® kann bei einer Arm-Plexusläsion zu jedem Zeitpunkt nach dem Unfall eingesetzt werden. Je früher die Orthese verschrieben wird, desto einfach fällt jedoch die Anwendung. Um die myoelektrische Orthese zu erhalten, muss zunächst die Eignung durch zertifizierte Therapeutinnen beziehungsweise Therapeuten festgestellt werden. Ein Arzt kann dann die MyoPro® auf Rezept verschreiben. Gemeinsam mit einem Sanitätshaus in Ihrer Nähe schicken Sie das Rezept und einen Antrag auf Kostenübernahme an Ihre Krankenkasse. Nach der Bewilligung wird die MyoPro® Orthese individuell für Sie hergestellt. Gemeinsam mit Myomo-Experten und Physio- sowie Ergotherapeutinnen und Therapeuten lernen Sie anschließend, die MyoPro® im Alltag zuverlässig anzuwenden. Mit dem MyoPro® Selbsttest können Sie innerhalb kurzer Zeit eine erste Einschätzung erhalten, ob unsere Orthese für Sie geeignet ist.