www.myomo.de
Junge Frau mit MyoPro® Armorthese bezahlt einen Dürüm.

Spastik – Entstehung und Auswirkungen

Eine Spastik ist eine Störung der Muskelspannung, bei der Muskeln dauerhaft erhöht angespannt sind und sich nur schwer oder unkontrolliert bewegen lassen. Sie entsteht infolge einer Schädigung des zentralen Nervensystems, also des Gehirns oder Rückenmarks. Häufig tritt eine Spastik nach neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma, einer Verletzung des Plexus brachialis oder des Rückenmarks oder bei frühkindlichen Hirnschädigungen (Zerebralparese) auf. Je nach betroffenem Bereich kann sich eine spastische Lähmung unterschiedlich stark ausprägen.

Wie entsteht eine Spastik?

Die Ursache einer Spastik liegt in einer gestörten Signalübertragung zwischen Gehirn und Muskulatur. Normalerweise reguliert das zentrale Nervensystem die Muskelspannung sehr genau: Muskeln spannen sich an und entspannen sich im Wechselspiel. Wird dieses System durch eine Schädigung unterbrochen, fehlt die hemmende Kontrolle auf die Muskelreflexe. Die Folge ist eine übersteigerte Muskelaktivität. Typisch sind ruckartige Bewegungen, Verhärtungen der Muskulatur und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Besonders häufig sind die oberen Extremitäten betroffen, in diesem Fall sprechen wir von einer spastischen Hand und einem spastischen Arm. Auch mehrere Extremitäten können gleichzeitig betroffen sein.

Spastik vs. Lähmung

Die Spastik wird auch als spastische Lähmung bezeichnet, unterscheidet sich jedoch deutlich von einer Parese, einer schlaffen Lähmung. Bei einer Parese ist die Muskelkraft vermindert oder vollständig aufgehoben, der Muskel kann nicht aktiv bewegt werden. Auch bei einer Spastik kann der Muskel nicht willkürlich bewegt werden, dies ist allerdings auf die erhöhte Muskelspannung zurückzuführen. Das bedeutet, dass Bewegungen unter Umständen möglich sein können, aber unkontrolliert, steif oder schmerzhaft verlaufen. Gerade bei einem spastischen Arm oder einer spastischen Hand erschwert dies gezielte Greif- und Haltebewegungen erheblich.

Wie beeinflusst eine Spastik den Alltag?

Eine Spastik wirkt sich stark auf die Selbstständigkeit aus. Alltägliche Tätigkeiten wie Anziehen, Essen, Schreiben oder Körperpflege werden deutlich erschwert. Eine spastische Hand kann sich beispielsweise zur Faust schließen und nur schwer wieder öffnen lassen. Ein spastischer Arm lässt sich oft nicht frei heben oder strecken. Neben den körperlichen Einschränkungen kommen häufig Schmerzen, Ermüdungszustände und eine erhöhte Verletzungsgefahr durch unkontrollierte Bewegungen hinzu. Auch soziale Aktivitäten und die berufliche Teilhabe können beeinträchtigt sein, was die Lebensqualität zusätzlich belastet.

Therapieansätze bei Spastiken

Die Behandlung einer Spastik verfolgt mehrere Ziele: Muskelspannung regulieren, Beweglichkeit verbessern und Folgeschäden vermeiden. Physiotherapie und Ergotherapie spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie Bewegungsabläufe trainieren und die funktionelle Nutzung der betroffenen Extremitäten fördern. Ergänzend können Medikamente zur Muskelentspannung, Injektionen oder physikalische Maßnahmen zur Behandlung der spastischen Lähmung angewendet werden.

Auch technische Hilfsmittel können bei einer Spastik unterstützend eingesetzt werden. Die myoelektrische Orthese MyoPro® wurde speziell für Menschen mit neurologisch bedingten Bewegungseinschränkungen aufgrund einer spastischen Hand oder eines spastischen Arms entwickelt. Sie erkennt vorhandene Muskelimpulse und unterstützt gezielte Bewegungen von Arm und Hand. Die MyoPro® macht eigenständige Bewegungen von Arm und Hand möglich und unterstützt bei der langfristigen Kontrolle der Muskeln. In Kombination mit therapeutischen Maßnahmen kann die MyoPro® zur Verbesserung der Alltagsfähigkeit und Lebensqualität beitragen.