Was ist eine infantile Zerebralparese?

Die infantile Zerebralparese ist eine meist spastische Störung des Nerven- und Muskelsystem, welche zu starken oder schwachen Behinderungen, Auffälligkeiten und Schwierigkeiten führen kann. Diese nicht fortschreitende Schädigung des Gehirns kann während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in den ersten zwei bis vier Lebensjahren auftreten. Sie kann vor der Geburt durch Hirnfehlbildungen, Konsum von Alkohol oder Medikamenten, Sauerstoffmangel sowie einer Blutgruppenunverträglichkeit ausgelöst werden. Hinzu kommen das Risiko einer Frühgeburt, Schädelhirnverletzungen oder Infektionen. Der medizinische Begriff Cerebralparese wird übersetzt mit einer Lähmung im Gehirn. Eine ICP kann zu Problemen mit der Motorik führen, wodurch die Kinder in der Regel eine erhöhte Spastik haben. Unterschieden wird die Lähmung in die drei Varianten spastisch, athetotisch und ataktisch. Bei der spastischen Lähmung treten vermehrte Muskelspannungen, unkontrollierte Muskelanspannungen sowie nachfolgende Kontrakturen und Gelenkfehlstellungen auf. Die ICP-Varianten athetotisch und ataktisch lösen eine verkrampfte, langsame und unwillkürliche Bewegung in unterschiedlichem Ausmaß aus. Bei letzterem wechselt der Zustand von Entspannung zu verkrampft schlagartig, wohingegen die ataktische Lähmung Auswirkungen auf den Gleichgewichtssinn und Verhaltensstörungen zur Folge haben kann.

Ausschnitt eines Oberkörpers mit Blick auf einen Arm, der seitlich zur Kamera gerichtet ist. Der Arm steckt in einer Armorthese. Die Hand hält eine Wäscheklammer

Die Störungen können sich auf unterschiedliche Teile des Körpers oder den gesamten Körper auswirken. Zudem ist die Lähmung einer Körperhälfte möglich, diese wird dann als Hemiparese bezeichnet. Die Ausprägung und Beeinträchtigung können von Person zu Person unterschiedlich sein. Sie reichen von einer leichten Gangunsicherheit bis zur Schwerbehinderung. Von einer infantilen Zerebralparese kann nicht nur der Bewegungsapparat betroffen sein. Einschränkungen finden sich zudem in der Entwicklung der Verständigung und des Lernens, dem Gleichgewichtssinn, der Sensomotorik sowie beim Hören, Sehen und Denken. Hinzu kommt, dass das Benutzen von Armen und Händen, das Sitzen, Stehen und Laufen verspätet oder gar nicht entwickelt werden.

Behandlung einer ICP

Die Cerebralparese kann nicht geheilt werden, eine Behandlung der Symptome ist jedoch wichtig, um Kontrakturen zu verhindern, das Gehen zu erlernen und zu verbessern oder die Handfunktion zu trainieren. Daher ist es ratsam, dass sich der Patient in eine multidisziplinäre Behandlung begibt. Das bedeutet, dass Neuroorthopäden, Neurologen, Kinderärzte sowie Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten eng zusammenarbeiten. Daneben entwickeln Orthopädietechniker Hilfsmittel, um beispielsweise die Balance und Gehfähigkeit zu verbessern, Gliedmaßen während der Nacht zu lagern oder zu positionieren. Gerade der Einsatz von Orthesen kann die therapeutische Behandlung unterstützen und die Ergebnisse zu halten. Sie dienen sozusagen als Stützpfeiler und können zur Korrektur von Fehlstellungen, zum Schutz gefährdeter Regionen oder zur Verbesserung eingeschränkter Funktionen eingesetzt werden. Die MyoPro® stellt ein solches Hilfsmittel zur Verbesserung der Funktion bei einer ICP dar. Die myoelektrische Orthese ermöglicht es den gelähmten Arm und/oder Hand wieder zu benutzen und zu bewegen. Durch das Ablesen von vorhandenen Muskelsignalen auf der Hautoberfläche wird der Motor der MyoPro® aktiviert. Der Betroffene einer infantilen Zerebralparese ist somit in der Lage Bewegungen eigenständig und kontrolliert auszuführen. Das System verstärkt die schwachen Muskelsignale in Ellenbogen und Hand, sodass die Trage-, Halte- und Greiffähigkeit möglich gemacht werden. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass die myoelektrische Ganzarmorthese nur für Patienten mit ausreichenden kognitiven Fähigkeiten geeignet ist. Die Bedienung der Orthese erfordert ein gewisses Maß an Verständnis und Kontrolle über die eigenen Muskeln. Daher sollten Patienten vor der Anwendung einer myoelektrischen Ganzarmorthese einer Evaluierung unterzogen werden, um sicherzustellen, dass sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Wenn Sie oder ein Angehöriger unter den Folgen einer ICP leiden, kontaktieren Sie uns gerne. Bei einer Testsession wird festgestellt, ob Sie für die myoelektrische Orthese infrage kommen. Nach erfolgreicher Eignung leiten wir alles in die Wege, damit Sie Ihre eigene MyoPro® erhalten. Die Kosten für das Hilfsmittel trägt die gesetzliche Kranken- oder Unfallkasse, da die Orthese offiziell als orthopädisches Hilfsmittel angesehen wird.